Ein erster, wichtiger Prozess bei der Erstellung dieser Homepage war der Blick auf die Fülle und Komplexität des Themas. Wir versuchten dabei kritisch zu sein, d.h. die Informationen zu analysieren, zu hinterfragen und zu bewerten, anstatt sie einfach zu akzeptieren. Unser Anliegen war es, Annahmen zu prüfen, verschiedene Perspektiven zu berücksichtigen um eine fundierte Einschätzung vornehmen zu können. Dabei ging es uns darum, eine ausgewogene Sichtweise zu entwickeln und eigene Vorurteile zu abzubauen.
Das Wort „kritisch“ ist abgeleitet vom griechischen Verb „krinein“ (übersetzt: trennen, auswählen, entscheiden), und zum selben Wortfeld gehört auch das Wort „krisis“. Es bedeutet Krise, aber auch Entscheidung, Urteil, Gericht und Wendepunkt (!) – eine Bedeutung, die wir aus dem medizinischen Bereich etwa bei einer schwere Krankheit kennen.
Um Wendepunkte geht es uns auch mit dieser Website, um neue Perspektiven, neue Sichtweisen, neue Einschätzungen, neue Beurteilungen. Entscheidend ist dabei die Frage, aus welcher Perspektive wir urteilen und entscheiden. Wer sich mit Rassismus oder Machtkritik beschäftigt, muss dies aus der Sicht der Betroffenen tun. Nur wenn wir den Blick auf die Ungerechtigkeiten und Leiden der Armen und Ausgegrenzten richten und eine vorrangige Option für sie haben, entsteht eine tragfähige Grundlage für unsere Reflexion.
Denn unsere Gedanken und Reflexionen gehen von den Krisen der Menschen und der Welt aus: „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute – besonders der Armen und Bedrängten – sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi. Nichts wahrhaft Menschliches bleibt ihnen fremd.“ So sagt es das 2. Vatikanische Konzil im Konzilstext „Gaudium et spes“.
Cäcilia Braun-Müller und Thomas Schmidl - Mitglieder im Ausschuss Weltkirche und Partnerschaft
