System Schlachthof: Menschenwürde darf kein Kostenfaktor sein

31.07.2026 |

Ein eindringlicher Abend über die oft unsichtbaren Menschen hinter unserer Fleischproduktion
 
Wie entstehen die günstigen Fleischpreise in unseren Supermärkten – und wer trägt die tatsächlichen Kosten? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Podiumsdiskussion „System Schlachthof – Arbeit, Würde und notwendiger Wandel“ in der Katholischen Akademie Freiburg. 
 

Eingeladen hatten im Rahmen der Reihe „Es geht um die Wurst – Annäherung an ein kontroverses Thema“ die Katholische Akademie der Erzdiözese Freiburg, die Stabsstelle Schöpfung und Umwelt, die Betriebsseelsorge Breisgau–Schwarzwald–Baar sowie die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB).
Diesmal stand die Situation der Menschen im Mittelpunkt, die in der Fleischindustrie arbeiten.
 
Pfarrer Peter Kossen schilderte eindrücklich die schwierigen Arbeits- und Lebensbedingungen in der Branche. Trotz gesetzlicher Verbesserungen seien überlange Arbeitszeiten, prekäre Wohnverhältnisse und strukturelle Ausbeutung vielerorts weiterhin Realität. Mit seinem Verein „Aktion Würde und Gerechtigkeit“ setzt er sich seit Jahren für menschenwürdige Arbeitsbedingungen ein.
 
Dass es auch anders geht, zeigte Ulrich Reichenbach von der Metzgerei Reichenbach im Glottertal. Faire Löhne, wertschätzender Umgang und familienfreundliche Arbeitszeiten gehören dort selbstverständlich zum Betriebskonzept. Sein Fazit: Gute Arbeitsbedingungen entstehen dort, wo der Mensch und nicht allein der Preis im Mittelpunkt steht.
 
Der Abend machte deutlich: Solange Fleisch vor allem über den Preis bewertet wird, bleiben die sozialen Kosten häufig unsichtbar. Es wurde aber auch spürbar, dass ein Wandel möglich ist, wenn Menschenwürde, faire Arbeitsbedingungen und verantwortungsvoller Konsum gemeinsam in den Blick genommen werden. Die Reihe „Es geht um die Wurst“ setzte damit einen wichtigen Impuls für die Verbindung von ökologischer, ethischer und sozialer Verantwortung.