Digital Independence Day
Jeden ersten Sonntag auf die gute Seite wechseln!
Nach Jahren der Nutzung von Instagram und Co. wird es Zeit die Nutzung zu reflektieren. Die Plattformen und ihre Strukturen selbst, deren Inhalte und die Rolle ihrer Besitzer regen zum Nachdenken und zum Handeln an. Doch was ist möglich?
Die gute Nachricht: Es gibt Möglichkeiten zur Veränderung. Wir entscheiden über die Nutzung von Social Media und wir können auch wieder etwas nehmen: An jedem ersten Sonntag im Monat lädt die Initiative #DigitalIndependenceDay zum digitalen Unabhängigkeitstag ein. Das bedeutet, wir holen uns unser freies digitales Leben zurück, zerstören die Demokratie nicht weiter und wechseln zu demokratiefreundlichen digitalen Alternativen. Und wir sichern uns nach und nach unsere digitale Unabhängigkeit!
Was kann ich tun?
Alternativlos erscheinen die Angebote von Big Tech nur durch ihre übergroße Sichtbarkeit. Dabei gibt es zu Social-Media-Plattformen, Online-Einkauf oder Videostreaming eine Vielzahl gesellschaftsschonender Alternativen.
Die größte Hürde kann jeder persönlich angehen.
Die Aktionsseite bietet erste Optionen und Anleitungen zum Wechsel. Es ist nicht kompliziert: Heute mal einen Wechsel ausprobieren, am nächsten ersten Sonntag im Monat den nächsten.
Was geht das die Kirche an?
Nichts könnte man sagen, aber: Als Christen in der Welt, als Christen, als Bürgerinnen und Bürger gehen uns alltägliche Fragen genauso viel an, wie Nichtchristen. Und die Frage nach der Rolle und Situation der Social Media, der Rolle der großen Tech-Konzerne, die die klassischen Medien- und Kommunikationsstrukturen verändert haben, ist zwischenzeitlich eine existenzielle für unsere freiheitlich-liberale Gesellschaft in Deutschland geworden.
Das soll nicht bei einer schwarz-weißen Debatte stehen bleiben von: Nutzen oder nicht nutzen, sondern zu einer Debatte nach dem Wie führen. Jeder und jede, die und der die großen Plattformen im Alltag nutzt – und damit auch kirchliche Institutionen und Personen – sollte für sich klären und abwägen und Möglichkeiten für Alternativen schaffen.
- Instagram und Co. sind Plattformen, die durch Algorithmus gesteuert werden, die emotionale Trigger bevorzugen und die Strukturen von Abhängigkeiten schaffen (wirtschaftliche Anhängigkeiten, Social-Media-Fatigue, …). Wie gehen wir als Kirche und christliche Personen damit um? Befördern wir diese Systeme durch ein Mitmachen oder …
- Instagram und Co sind Plattformen auf denen Gewalt und Hass immer stärker Raum gewinnen. Verbunden mit Falschinformationen und Bots, die systematisch Lügen verbreiten, werden sie zur Gefahr für unsere freiheitlich-liberale Grundordnung. Wie gehen wir als Christen, die auch Bürger sind einer Demokratie, damit um?
- Die Marktmacht der großen Tech-Konzerne haben dazu geführt, dass ihre Besitzer eine zentrale politische Macht ausüben. Das zeigt sich verstärkt durch die aktuelle US-Regierung und der Umsetzung deren Agenda gegen Menschenrechte, Meinungsfreiheit und dem Schutz insbesondere von gesellschaftlichen Gruppen die benachteiligt sind. Wie gehen wir damit um, dass wir uns als Nutzende in die Abhängigkeit von einigen wenigen, nicht gewählten und kontrollierten, Personen begeben? Personen, die offen christliche Grundhaltungen ablehnen.
Das wären nur drei Themenbereiche, die es gilt zu beantworten. In den letzten Jahren wurde oft die eine Antwort entgegengesetzt: Was sollen wir schon machen?
Die Aktion des DID oder DUD bietet Alternativen. Nicht radikal, aber Ansätze. Es gibt Alternativen, es gibt Möglichkeiten – doch die verlangen etwas von uns. Jedoch nicht mehr als das, was wir ganz am Anfang der Plattformen auch getan haben: Zeit zum Wechseln! Facebook und Co wurden zu Anfang auch belächelt, wieso machen wir den gleichen Fehler bei Plattformen, die uns Freiheit sichern?

