Ein Leben frei von Gewalt. Für jede Frau. Überall. Jederzeit.

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen - 25.11.2025

Geschlechtsspezifische Gewalt ist allgegenwärtig und fest in unseren patriarchalen Strukturen verankert. Sie ist kein Einzelphänomen, sondern ein strukturelles Problem, das in allen Bevölkerungsgruppen und sozialen Schichten vorkommt.

Am 25. November jährt sich weltweit der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Dieser Tag, der seit 1999 von den Vereinten Nationen anerkannt ist, ruft dazu auf, das Thema geschlechtsspezifische Gewalt in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit zu rücken. Es ist ein Tag des Gedenkens, der Sensibilisierung und des gemeinsamen Eintretens für ein Leben ohne Angst – für alle Frauen und Mädchen.
 
Geschlechtsspezifische Gewalt ist allgegenwärtig und fest in unseren patriarchalen Strukturen verankert. Sie ist kein Einzelphänomen, sondern ein strukturelles Problem, das in allen Bevölkerungsgruppen und sozialen Schichten vorkommt. Die TäterInnen sind dabei oft keine Fremden, sondern enge Bezugspersonen – häufig Partner oder Ex-Partner.
 
Die Zahlen sind erschreckend: 
  • Jede dritte Frau in Deutschland ist mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen – das sind mehr als 12 Millionen Frauen.
  • Alle vier Minuten erfährt eine Frau in Deutschland Gewalt durch ihren Partner oder Ex-Partner.
  • Jeden dritten Tag tötet ein Mann seine (Ex-)Partnerin.
  • Mehr als die Hälfte aller Frauen meidet im Dunkeln bestimmte Orte – aus Angst, Opfer von Gewalt zu werden.
Diese Zahlen sind kein abstraktes Problem. Sie stehen für Lebensgeschichten, Ängste, Schmerzen und verlorene Chancen. Sie zeigen, wie dringend notwendig es ist, dass wir als Gesellschaft aktiv werden – in der Politik, in der Kirche, in der Nachbarschaft und in der Familie.
 
Europäische Weichenstellung
Im Sommer 2023 ist die Europäische Union der Istanbul-Konvention beigetreten – ein bedeutender Schritt im Kampf gegen Gewalt an Frauen. Die Konvention ist ein umfassendes Instrument zum Schutz von Frauen vor Gewalt und zur Bekämpfung von Gewalt in allen Formen.
Zudem hat die Europäische Kommission einen Vorschlag für eine EU-Richtlinie zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt vorgelegt – darin ist auch sexualisierte Gewalt ein zentrales Thema.
Diese Entwicklungen zeigen: Es ist möglich, gesellschaftliche und politische Veränderungen herbeizuführen – wenn wir nur den Mut dazu aufbringen.
 
Die Rote Bank – ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt
Ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen ist die „Rote Bank“, die in diesem Jahr vom kfd-Diözesanverband Freiburg vom 03. bis 25. November 2025 vor dem Erzbischöflichen Seelsorgeamt (Okenstraße 15, 79108 Freiburg) aufgestellt wird. Auch an anderen Orten der Diözese wird die Rote Bank aufgestellt. Informationen dazu gibt es in den örtlichen Medien.
 
Die Farbe Rot steht symbolisch für das Blut der Opfer und setzt damit ein klares Zeichen gegen Gewalt. Gleichzeitig ist die Bank ein Platz des Gedenkens – ein Zeichen dafür, dass Lebensplätze verloren gehen, wenn Frauen der Gewalt zum Opfer fallen. Rund jeden dritten Tag stirbt in Deutschland eine Frau durch Partnerschaftsgewalt.
 
Die Rote Bank wurde 2016 in Perugia, Italien, erstmals an öffentlichen Plätzen aufgestellt – seither ist sie zu einem internationalen Symbol geworden. Sie ruft dazu auf, hinzuschauen, einzuschreiten und Solidarität zu zeigen.
Wer auf der Roten Bank Platz nimmt, setzt ein Zeichen – gegen Gewalt, für Schutz, für Aufklärung.
 
Die Aktion wird von der Freiburger Fachstelle Intervention gegen Häusliche Gewalt (FRIG) begleitet, die seit Jahren vor Ort aktiv ist und Betroffene unterstützt. Die Rote Bank ist Teil einer langfristigen Initiative, die Gewalt sichtbar macht und Prävention stärkt.
 
Gewalt gegen Frauen geht uns alle an!
Gewalt gegen Frauen ist kein Privatthema, sondern eine Frage der gesellschaftlichen Verantwortung. Es ist Aufgabe der gesamten Gesellschaft, zukünftige Gewalttaten zu verhindern.
Dazu braucht es mutige ZeugInnen, die hinschauen und eingreifen, Anlaufstellen, die Unterstützung bieten, und politische Rahmenbedingungen, die Schutz gewährleisten.
 
Räume schaffen – für Sicherheit, Würde und Hoffnung
Der Tag gegen Gewalt an Frauen ist eine Gelegenheit, über die Ursachen und Folgen geschlechtsspezifischer Gewalt nachzudenken und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Ob in der Gemeinde, im Seelsorgeteam, in der Jugendarbeit oder im Ehrenamt – wir können alle etwas tun:
 
  • Aufklärung betreiben
  • Betroffene ernst nehmen
  • Räume schaffen, in denen Frauen sich sicher fühlen.
Am 25. November und darüber hinaus:
Setzen wir ein Zeichen für ein Leben frei von Gewalt.
Für jede Frau. Überall. Jederzeit.