Wir lassen uns nicht von Angst, schon gar nicht von Wut leiten

05.02.2025 | Der Vorstand des Diözesanrates Freiburg ruft zur Bundestagswahl auf

Viele von uns blicken mit Sorge, manche mit Angst in die Zukunft, und man kann viele Gründe
dafür finden. 

Gerade in dieser Situation halten wir fest: gangbare Wege finden wir in engagierter, streitbarer Auseinandersetzung, nicht bei der Jagd auf Sündenböcke. Die Bedrohung unserer Lebensgrundlagen, der aggressive Militarismus autoritärer Machthaber, die Schwächephase der Wirtschaft, schwieriger werdende Lebensumstände - all das erfordert tatkräftiges Handeln. Solches Handeln in unübersichtlichem Gelände setzt sorgfältige Entscheidungsfindung, Mut und Verantwortungsbereitschaft voraus. 
 
Solchem Handeln auf der großen politischen Bühne entspricht auch das, was viele von uns in bescheideneren Formaten tun: sie engagieren sich für die Linderung von Not, bei Rettungsdiensten, für ein gutes Zusammenleben, für den Erhalt der Lebensgrundlagen, für ein Leben in Freiheit, Würde und Sicherheit. Sie wissen, was es heißt, Verantwortung für sich selbst und ihre Liebsten zu übernehmen, und sie übernehmen diese Verantwortung nicht nur für das eigene Wohlergehen, sondern auch für das Wohl der Anderen; sie können sehen, dass das persönliche und gemeinsame gute Leben gerechte Verhältnisse im Land und funktionierende, respektierte Institutionen braucht.

Wir müssen allerdings feststellen: unser Gemeinwesen gerät unter Druck, und die größte Gefahr geht derzeit von rechtsextremen Kräften aus, die sich am trügerischen Erfolg autoritärer Parteien und Machthabern weltweit berauschen. Gegen deren trügerische Agitation und falsche Versprechungen orientieren wir uns am Kern unseres Grundgesetzes, der Würde des einzelnen Menschen. Diese hochzuhalten, entspricht unserem christlichen Selbstverständnis, und es dient dem Gemeinwesen. 
 
Wir bitten Sie: unterstützen Sie die Verantwortlichen in der Politik, denen das Grundgesetz Richtschnur ist, die im politischen Wettstreit kompromissfähig bleiben, die die Vielschichtigkeit von Problemen sehen. Nehmen Sie Ihr Recht wahr, als mündige Bürgerin, als mündiger Bürger die Geschicke des Landes mitzubestimmen, werden Sie Ihrer eigenen Verantwortung gerecht und machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch.