Warum wir Kriege führen

Wir im Westen verstehen Kriege falsch, sagt der Politikwissenschafter Richard Ned Lebow. 

Es gehe schon lange nicht mehr um Geld oder Macht.
 
Ned Lebov, renommierter Politologe und Konfliktforscher, erläutert im NZZ-Interview, warum die Analyse von Interessenskonflikten nicht reicht, um zu verstehen, wie es zu Kriegen kommt. Gegen die Neorealisten, vor allem gegen seinen Schüler John Mearsheimer, zeigt er auf, dass Staaten mit Angriffskriegen ihre politischen Ziele meist nicht erreichen. Die Kombination von kollektivem Selbstwertgefühl, Nationalismus und bestimmten Formen der Religiosität wird als wichtige Triebfeder in Kriegen identifiziert. Die Personen an der Spitze von Staaten seien für die Frage von Krieg und Frieden tatsächlich entscheidend. Politische Auswege aus dem Krieg in der Ukraine beurteilt er skeptisch.
 
Das Interview vom 19.03. 2022 ist unter https://www.nzz.ch/gesellschaft/wieso-wir-kriege-fuehren-ld.1675138 abrufbar.